Foto: Luana Azevedo für unsplash.

Informationen für Familien

 

Die wichtigsten Punkte zum Zwillings- und Familienregister, die Gründe und Vorteile Ihrer Teilnahme, sowie eine Übersicht zu unseren Datenschutzvorkehrungen haben wir für Sie und Ihre Kinder unter Über GERTRUD zusammengestellt.

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Kinder bei GERTRUD registrieren können. 
Sollten Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns gerne unter: gertrud@mpib-berlin.mpg.de

 

Zwillingsschwangerschaft 

Nur ca. 1,8 % aller Schwangerschaften in Deutschland sind Zwillingsschwangerschaften, wobei eineiige Zwillinge bis zu 30 % aller Zwillingsschwangerschaften bilden. Da Zwillingsschwangerschaften als Risikoschwangerschaften gelten, wird zu einer engmaschigen Überwachung der Frauen geraten.

Dr. Annette Isbruch, leitende Oberärztin am Helios Klinikum in Berlin-Buch, beantwortet in diesem Gespräch die wichtigsten Fragen rund um Zwillings- und Mehrlingsschwangerschaften: https://www.helios-gesundheit.de/magazin/schwangerschaft/news/mehrlingsschwangerschaft/

 

Hilfreiche Informationen für Eltern von Zwillingen oder Mehrlingen

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellt auf einem Informationsportal Links zu gesetzlichen Regelungen und Unterstützungsangeboten für Familien mit Mehrlingen bereit: https://familienportal.de/familienportal/lebenslagen/schwangerschaft-geburt/zwillinge-mehrlinge

 

Literaturtipps Zwillinge 

Deutsch

Englisch

 

Ähnlichkeit von Zwillingspaaren bei der Geburt

Eineiige Zwillinge entwickeln sich aus derselben befruchteten Eizelle und sind daher genetisch identisch. Sie sind sich normalerweise auch in ihren körperlichen und geistigen Merkmalen sehr ähnlich, dennoch weisen sie auch Unterschiede auf, die bereits kurz nach ihrer Geburt und z.T. auch schon vorgeburtlich sichtbar und messbar sind. Dies kann auch durch Besonderheiten im vorgeburtlichen Entwicklungsumfeld von Zwillingen bedingt sein. 

Man unterscheidet beispielsweise zwischen monochorialen und dichorialen Zwillingen. Monochoriale Zwillinge teilen sich eine gemeinsame Plazenta (Chorion), haben jedoch in der Regel jeweils eine eigene Fruchtblase (Amnion). Bei monochorialen Zwillingen handelt es sich fast immer um eineiige (monozygote) Zwillinge. Die Teilung der befruchteten Eizelle hat in diesen Fällen zwischen dem 4. und 7. Tag nach der Befruchtung stattgefunden. Erfolgt die Teilung bereits früher, entstehen dichoriale eineiige (monozygote) Zwillinge, das heißt, jeder Embryo entwickelt eine eigene Plazenta. Zweieiige (dizygote) Zwillinge sind hingegen immer dichorial, da sie aus zwei befruchteten Eizellen entstehen.

Bei monochorialen Zwillingen kann eine ungleiche Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff auftreten, was unter Anderem zu Unterschieden in Größe und Gewicht führen kann. Die Plazenta ist zudem die Hauptschnittstelle für den Signalaustausch zwischen Mutter und Kind. Daher ist es möglich, dass Faktoren des pränatalen Umfelds sich in ihrem Einfluss auf die Zwillingsföten unterscheiden können, je nachdem ob sie sich eine Plazenta teilen oder nicht.

Dass die vorgeburtliche Umwelt auch bei eineiigen Zwillingen nicht identisch ist, zeigt sich beispielsweise daran, dass sich ihre Fingerabdrücke und Gehirnstruktur unterscheiden. Die Fingerabdrücke entwickeln sich während der frühen Schwangerschaft und sind stark von zufälligen Faktoren wie der Position im Mutterleib und der Art, wie die Finger die Fruchtblase berühren, beeinflusst. Obwohl Studien gezeigt haben, dass monozygote Zwillinge in den meisten Bereichen des Gehirns stärkere Ähnlichkeiten aufweisen als dizygote Zwillinge, gibt es doch bereits kurz nach der Geburt Unterschiede. Wie diese Unterschiede zustande kommen, ist noch Gegenstand von Untersuchungen.

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